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Brust OP & Brustimplantate / Weibliche Brustprothese

Weibliche Brustprothese Die Erfindung bezieht sich auf eine Prothese für die weibliche Brust nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Es ist bekannt, für brustamputierte Frauen den Büstenhalter mit Taschen zu versehen, in die ein Kunststoffbeutel gegeben wird, der mit mammaplastischem Material, wie Silikonmaterial, gefüllt ist. Ein solcher Beutel verrutscht jedoch beispielsweise bei einer ruckartigen Bewegung leicht, wodurch die Trägerin einer solchen Prothese verunsichert und in ihrer Bewegungsfreiheit erheblich gehandicapt wird.

Ferner ist es bekannt, einen mit Silikonmaterial gefüllten Kunststoffbeutel als Brustprothese zu verwenden, der ähnlich einem Pflaster direkt auf die Haut aufgeklebt wird. Ein solcher Beutel übt jedoch durch sein Gewicht einen erheblichen Zug auf die Haut auf, so dass diese Prothese äusserst unbequem und für frisch operierte Frauen darüberhinaus auch völlig ungeeignet ist. Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine einfach herstellbare weibliche Brustprothese bereitzustellen, die sicher und bequem tragbar ist. Dies wird erfindungsgemäss mit der im Anspruch 1 gekennzeichneten Brustprothese erreicht. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wiedergegeben. Nachstehend ist die erfindungsgemässe Brustprothese und deren Herstellung anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen : Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Büstenhalter in dorsaler Richtung mit zwei daran befestigten Brustprothesen ; Fig. 2 einen sagittalen Schnitt durch eine Prothese entlang der Linie II-II in Fig. 1 in explosionsartiger Darstellung ; und Fig. 3 einen Schnitt durch eine Vorrichtung zur Herstellung der Prothese. Gemäss Fig. 1 weist ein Büstenhalter 1 dort, wo sich sonst die Körbchen befinden, zwei Ausnehmungen 2 und 3 auf, aus denen zwei mit einem mammaplastischen Material, wie einen Silikonmaterial, gefüllte Kunststoffbeutel 4 und 5 in ventraler Richtung vorstehen. Falls durch die Prothese nur eine Brust zu ersetzen ist, ist nur eine der Ausnehmungen 2 und 3 mit einem Kunststoffbeutel 4 bzw. 5 versehen, während zur Aufnahme der noch vorhandenen Brust das übliche BHKörbchen dient.

Ansonsten ist der Büstenhalter 1 wie ein normaler BH ausgebildet. D. h., er besteht aus zwei durch einen Verbindungsabschnitt 6 miteinander verbundenen Hälften 7 und 8. Oberhalb des Verbindungsabschnitts 6 ist ein Ausschnitt 9 vorgesehen, von dem sich die beiden Hälften 7 und 8 zu bandförmigen Abschnitten 10 und 11 verjüngen, an deren Ende jeweils ein Teil 12 bzw. 13 mit der nicht dargestellten Schliesse befestigt ist, mit der der BH am Rücken geschlossen wird. An dem oberen Bereich jeder Hälfte 7 und 8 ist oberhalb der Beutel 4 und 5 das eine Ende eines Schulterbandes 14,15 befestigt, dessen anderes Ende an dem bandförmigen Abschnitt 10, 11 der entsprechenden Hälfte 7 bzw. 8 befestigt ist. Die Schulterbänder 14,15 sind, was in der Zeichnung nicht dargestellt ist, längenverstellbar ausgebildet. Der BH 1 weist ferner beispielsweise an der dorsalen Seite an seiner Unterkante ein angenähtes Band 16 auf, das zugleich den Verbindungsabschnitt 6 bilden kann. Im Bereich des Ausschnitts 9 können Rüschen oder dgl. Verzierungen vorgesehen sein. Die Ausnehmungen 2,3 sind entsprechend der weiblichen Brust im Medialschnitt etwa birnenförmig ausgebildet. Eine entsprechende Form weisen die Beutel 4,5 auf, die aus den Ausnehmungen 2,3 vorstehen. Die Beutel 4,5 sind mit brustwarzenförmigen Vorsprüngen 18,19 versehen. Wie anhand des Kunststoffbeutels 4 in Fig. 2 verdeutlicht, besteht er auf der ventralen Seite aus einer Folie 20, die so ausgeformt ist, dass sie der ventralen Seite einer weiblichen Brust entspricht, einschliesslich des Brustwarzenvorsprungs 18, sowie einer im wesentlichen ebenen, also nicht ausgeformten dorsalen Folie 21. Die ventrale Seite weist damit ein einer weiblichen Brust sehr ähnliches Aussehen auf. Die Folien 20 und 21 bestehen aus einem weichen, aber wenig dehnbaren Material. Als besonders geeignet haben sich Polyurethan-Folien erwiesen. Die Dicke der Folien 20 und 21 beträgt vorzugsweise 0,02 bis 0,2 mm, insbesondere etwa 0,05 mm. Die Folien 20 und 21 sind an ihren Rändern, wie in Fig. 2 durch 22 gestrichelt dargestellt, miteinander verschweisst, wodurch ein Innenraum 23 gebildet wird, der mit nicht dargestelltem mammaplastischem Silikonmaterial gefüllt ist. Die dorsale Folie 21 ist an eine Textilmaterial-Schicht 24 laminiert, und zwar mit einer Schmelzklebefolie 25. Das Textilmaterial 24 kann dabei über den Rand der Folien 20 und 21 sowie über die Schmelzklebefolie 25 vorstehen. Das Textilmaterial 24 ist mit dem Textilmaterial des BH 1 vernäht, wie in Fig. 2 durch 26 gestrichelt dargestellt. Die Naht 26 ist auch in Fig. 1 zu sehen.

Das Textilmaterial 24 ist dabei von hinten, also an die dorsale Seite des BH 1 angenäht. Die Schmelzklebefolie 25 ist vorzugsweise eine Platilon-Folie der Firma Atochem Deutschland GmbH mit einer Stärke von 0,05 bis 0,2 mm, vorzugsweise etwa 0,08 mm. Es sind insbesondere die Sorten Platilon H2-30 und Platilon H2-90 geeignet. Platilon ist ein Copolyamid. Das Textilmaterial 24 ist vorzugsweise ein Gewebe, beispielsweise ein Seiden-, Kunststoff-oder Baumwollgewebe, wie es für Damen-Unterwäsche üblicherweise verwendet wird, insbesondere Charmeuse-Ware. Der Stoff des BH 1 besteht, wie üblich, beispielsweise aus einem Stretchgewebe. In Abwandlung der in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsform kann die Schmelzklebefolie 25 auch direkt an den Stoff des BH 1 angeklebt sein. Die Herstellung der Prothesen 4 und 5 erfolgt mit einer heizbaren Form 26 nach Fig. 3. Danach wird auf die Form 26, die eine einer weiblichen Brust entsprechende Ausnehmung 27 aufweist, eine PU-Folie 20 aufgelegt und auf die PU-Folie 20 eine zweite PU-Folie 21. Auf die zweite PU-Folie 21 wird dann die Schmelzklebefolie 25 gelegt und darauf das Textilmaterial 24. Die PU-Folie kann eine Folie der Firma Atochem Deutschland GmbH mit der Bezeichnung"Platilon U01 PE-TR 0,05 mm"sein. Das Ganze wird mit einem plattenförmigen Deckel 28 verschlossen. Die Form 26 wird dann beispielsweise auf 120oC erwärmt. An dem Rand der Form 26 und/oder auf der gegenüberliegenden Seite des Deckels 28 ist eine sich von aussen zur Ausnehmung 27 erstreckende Nut vorgesehen, die in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Dadurch kann zwischen den Folien 20 und 21 das Silikonmaterial eingespritzt werden. Nach dem Füllen mit Silikonmaterial bewegt sich die erwärmte Folie 20 nach unten, so dass sie sich an der Wandung der Ausnehmung 27 anlegt.

Durch Erhitzen der Form 26 und Pressen des Deckels 28 gegen die Form 26 werden dann die Folien 20 und 21 verbunden. Zugleich verbindet die Schmelzfolie 25 die Folie 21 mit dem Textilmaterial 24. Damit die Oberfläche der Folie 20 ein hautähnliches Aussehen erhält, kann beim Ausformen der Folie 20 zwischen der Folie 20 und der Form 26 ein feines Gewebe, beispielsweise Seidenjersey, eingelegt werden, dessen Textur sich dann an der erwärmten Folie 20 abdrückt. Die Form 26 kann beispielsweise durch Heizstäbe erwärmt werden. Es ist jedoch auch möglich, die Folien 20 und 21 miteinander sowie die Schmelzfolie mit der Folie 21 und dem Textilmaterial 24 durch Hochfrequenz-Schweissen zu verbinden. Wenn die Kunststoffbeutel ein birnenförmiges Aussehen gemäss Fig. 1 aufweisen, ist für jede Hälfte 7,8 eine entsprechende Form 26 erforderlich. Hingegen kommt man mit einer Form aus, wenn die Prothesen 4,5 kugelsegmentförmig ausgebildet sind. Die dorsale Seite des Kunststoffbeutels 4,5 kann auch mit einem Klettband am BH 1 befestigt sein. Das Klettband kann mit der Schmelzklebefolie 25 aufgeklebt oder an das Textilmaterial 24 angenäht sein. Wenn das Textilmaterial 24 mit dem Schmelzkleber der Schmelzklebefolie 25 durchtränkt ist, kann darunter die Hautfreundlichkeit leiden. Es ist deshalb zweckmässig, die dorsale Seite des Textilmaterials 24 mit weiterem Stoff abzudecken, der z. B. durch Annähen oder ein Klettband an dem Textilmaterial 24 befestigt wird. Um den Übergang von dem BH 1 zur Prothese optisch abzudecken, ist es ferner vorteilhaft, um die Kunststoffbeutel 4,5 ein Zierband anzubringen.

Quelle: DE9206966 (U1) / ASCHAUER, BERNHARD, ASCHAUER, MARKUS