Neuheiten rund ums Thema Brust OP & Brustimplantate
 

 

Brust OP & Brustimplantate / Implantierbare Brustplastik

Die Erfindung betrifft eine implantierbare Brustplastik für Frauen welche das Füllmittel, z. B. Alginat nicht mehr wie bisher in flüssiger Form in ein Kissen einschliesst, sondern dieses Füllmittel in einem Werkzeug in die gewünschte Form bringt und anschliessend mit Hilfe von beispielsweise Caliumchlorid oder einem anderen geeigneten Stoff in dieser Form verfestigt. Die entstehende Plastik hat die Konsistenz eines "Wackelpuddings" und kann ohne weitere Umhüllung in das Bindegewebe transplantiert werden.

Das verwendete Alginat sollte vorteilhafterweise hochgereinigt ein, d. h. die Gütestufe "Transplant grade" besitzen, um auf eine zusätzliche umhüllende Silikonmembran verzichten zu können. Für die Fertigung der Alginate stehen verschiedene aus der Literatur bekannte Verfahrenstechnologien zur Verfügung. Die beschriebenen Alginate werden bereits in der Lebensmitteltechnologie industriell eingesetzt, jedoch in einer weniger reinen Form. Für die Transplantationsmedizin stehen bereits heute verschiedene hochreine Alginate zur Verfügung, deren Biokompatibilität klinisch erprobt ist. Implantate zum Aufbau von Brustplastiken sind aus einer Vielzahl von Patentanmeldungen bekannt. Zum Einsatz kommen heute z. B. Implantat-Füllstoffe aus Silikon, Sojaöl und Kochsalz. Aber auch andere Materialien werden eingesetzt. Bei den Implantaten der genannten Art wird versucht, die Anmutung einer natürlichen Brust sowohl optisch wie auch haptisch durch ein flüssigkeitsgefülltes Kissen, welches unter das vorhandene Mamma-Gewebe oder anstelle des Mamma-Gewebes eingesetzt wird, zu erzeugen. Die heute verwendeten Implantate sind für die Patientinnen aus mehreren Gründen nachteilig: Die flüssigkeitsgefüllten Kissen sind nicht diffissionsdicht, d. h. die Füllstoffe treten langsam über mehrere Jahre durch die umschliessende Membran, welche zumeist aus Silikon besteht, in das Bindegewebe der Patientin aus und lagern sich in allen Organen, wie zum Beispiel der Niere ab. Aus diesem Grunde wurde bereits 1992 von den US-amerikanischen Aufsichtsbehörden FDA ein Verbot silikongefüllter Implantate erlassen. Seitdem wird in den USA überwiegend Kochsalz verwendet. In Europa ist Silikon nach wie vor als Füllstoff zugelassen. Alternative Füllstoffe, für den Körper nicht schädlich sind, haben grosse technische Nachteile. Kochsalz, bzw. Sojaöl bildet mit der Zeit im Kissen kleine Gasblasen, die dann zu störenden Geräuschen führen.

Kochsalz führt für die Trägerin zu unangenehmen Warm/Kaltempfindungen, während bei Sojaöl möglicherweise eine Geruchsbelästigung eintritt, da das ausgetretene Öl in einer sich dann bildenden Bindegewebekapsel gestaut wird und sich zersetzt. Diffusionsdichte Kunststoffe, wie etwa Teflon, können aus diversen Gründen nicht eingesetzt werden, u. a. ist Teflon im Organismus toxisch und zu hart für benötigte Anwendung. Alle flüssigkeitsgefüllten Implantate haben den gemeinsamen Nachteil, dass sie nicht den haptischen Eindruck einer echten Brust ersetzen können. Das natürliche Mamma-Gewebe stellt einen Zellverbund dar und weist die dementsprechenden haptischen Eigenschaften wie etwa leichte Kompressionsfähigkeit und zähe Viskosität auf. Die flüssigkeitsgefüllten Kissen sind demgegenüber in der haptischen Anmutung hart und unelastisch. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die angesprochenen Probleme zu lösen. Dies geschieht dadurch, dass der Patientin ein Implantat in das Bindegewebe unter der Brust eingesetzt wird, welches in seinem Aufbau dem Zellverbund des Mamma-Gewebes sehr ähnlich ist. Das Implantat besteht aus einem schwammartigen Material, einem Alginat, welches speziell für die Implantation in einer hochgereinigten Form erzeugt wird, so das keinerlei toxische Stoffe wie sie etwa in Silikon in kleinen Mengen enthalten sind, in den Organismus ausdiffundieren können. Der Vorteil dieser Technik ist ein sehr sichere Bindung des Füllmittels in dem Implantat, deren Zellverträglichkeit bereits klinisch erwiesen ist, sowie die hohe Ähnlichkeit des in der Plastik geformten Alginats gegenüber dem haptischen Eindruck des natürlichen Mamma- Gewebes. Das Implantat kann vorteilhafterweise mit einer biologischen Beschichtung überzogen werden, beispielsweise Hyolauronsäure, welche das Zellwachstum auf der äussersten Schicht des Alginats reduziert. So kann das Entstehen einer harten Bindegewebskapsel - eine häufige Komplikation bei Brustplastiken - vermieden werden. Die Kombination von Alginats-Füllstoff und biologischer Beschichtung stellt eine dramatische Verbesserung in der Sicherheit und dem Tragekomfort von Langzeitimplantaten dar. Schäden, die in der Vergangenheit auftraten, wie etwa Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, in folge von geringen Mengen toxischer Inhaltsstoffe des Silikons können sicher vermieden werden, gleichzeitig sind die Implantate für Dritte nicht als Fremdkörper tastbar. Ein weiterer Vorteil liegt in der quasi natürlichen Verformung des alginatgefüllten Kissens unter dem vorhandenen Mamma-Gewebe, welche zu einer sehr natürlichen Brustform führt. Das Implantat kann zur Erhöhung der Festigkeit vorteilhafterweise aus mehreren Schalen jeweils verfestigter Membranen aufgebaut werden In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Implantats erläutert. Fig. 1 stellt eine schematische Darstellung des Implantats gemäss dem Ausführungsbeispiel der Erfindung dar. Das Gerät beinhaltet beispielsweise folgende Komponenten/Merkmale: - Alginat-Plastik (a) - Deckschicht (b) - Biologische Beschichtung der Aussenmembran (c) Fig. 2 stellt eine schematische Darstellung des Implantats gemäss dem Ausführungsbeispiel der Erfindung dar, jedoch aufgebaut aus mehreren Schalen verfestigter Membranen. Das Gerät beinhaltet beispielsweise folgende Komponenten/Merkmale: - Alginat-Plastik (a) - Deckschicht (b) - Unterschichten (c) - Biologische Beschichtung der Aussenmembran.

Quelle: DE10115272 (A1) / SIMONS OLIVER