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Brust OP & Brustimplantate / Brustprothese

[0001] Die Erfindung betrifft eine Brustprothese, insbesondere aus Silikon mit einem äusseren schalenförmig ausgebildetem Bereich und einem inneren schalenförmig ausgebildeten Bereich, wobei der innere Bereich und der äussere Bereich derart ausgebildet sind, dass sie unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. [0002] Eine Brustprothese der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der EP 0 320 590 B2 bekannt.

Bei der bekannten Brustprothese ist es vorgesehen, die Brustprothese in einem äusseren Körper mit einer Härte auszubilden, die der weichelastischen Nachgiebigkeit des natürlichen Brustgewebes angeglichen ist und einen inneren Körper oder inneren Bereich mit einer weicheren Konsistenz auszubilden, so dass sie sich dem Narbenbereich anpassen kann. [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brustprothese der eingangs genannten Art zu schaffen, die besonders gute Formeigenschaften und Verformungseigenschaften aufweist und auch besonders leicht ausgebildet werden kann. [0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit einer Brustprothese mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben. [0005] Bei einer Brustprothese, insbesondere aus Silikon, mit einem inneren schalenförmigen und einem äusseren schalenförmigen Bereich, wobei der innere Bereich und der äussere Bereich derart ausgebildet sind, dass sie unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, ist es erfindungswesentlich, dass der innerhalb des äusseren Bereichs angeordnete zweite Bereich eine profilierte Struktur aufweist. Durch die Ausbildung einer derartigen profilierten Struktur besteht die Möglichkeit, eine zusätzliche mechanische Stabilität zu erzeugen. Dadurch ist es möglich, auch gezielt leichte Materialien zu verwenden. Ausserdem kann durch eine besondere Profilierung auch zusätzlich ein besonders wünschenswerter Effekt bei der Formgebung bzw. Verformung erreicht werden. [0006] Bevorzugt ist die profilierte Struktur als Ringstruktur, insbesondere als konzentrische Ringstruktur ausgebildet.

Die Ringe sind dabei bevorzugt konzentrisch um die Mamille angeordnet. Bevorzugt kann auch eine spezielle Rippen- oder Wulstgeometrie verwendet werden, die der Brustprothese, ähnlich einer Verrippung bei Leichtbauteilen, eine zusätzliche Stabilität geben. In einer bevorzugten Ausführungsform weist der profilierte innere Bereich mindestens zwei, insbesondere drei, umlaufende Ringe auf. Durch diese Ringe, die auch wulstartig ausgebildet sein können, wird erreicht, dass diese sich bei Druck auf die Prothesenspitze balgenförmig ineinanderschieben. Bevorzugt sind diese Ringe unterbrochen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Unterbrechung der Ringe horizontal durch die Mamille verlaufend. Weiterhin ist bevorzugt auch eine vertikal verlaufende Unterbrechung der Ringe vorgesehen, die insbesondere vertikal durch die Mamille verläuft und insbesondere ausschliesslich den mittleren und den inneren Ring unterbricht. Ergänzend ist bevorzugt zusätzlich oder alternativ eine Unterbrechung des mittleren Ringes eine oder mehrere Unterbrechungen, bevorzugt in der unteren Hälfte der Brustprothese vorgesehen, wobei diese bevorzugt unter einem Winkel von jeweils 45[deg.] zur Senkrechten ausgerichtet sind. Dadurch wird erreicht, dass sich die Prothese, ähnlich der natürlichen Brust, in das BN-Körbchen hineinlegt. Bei Druck auf die Prothesenspitze bewirken die konzentrischen Verrippungen oder Auswulstungen ein balgenförmiges Legen oder Schieben des Prothesenmaterials. Dadurch kann die Brustprothese sich bei auf dem Rücken liegenden Frauen abflachen. Ebenfalls kann sie sich bei Körperkontakt mit anderen Personen abflachen. In einer anderen bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind in der Brustprothese Soll-Faltungsausnehmungen vorgesehen. Diese sind bevorzugt zwischen den Wülsten angeordnet und ringförmig ausgebildet. [0007] In einer anderen bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung ist der innere schalenförmige Bereich aus einem Leichtsilikon ausgebildet. Das Leichtsilikon wird bevorzugt aus einem Silikongel unter Einmischung von sehr kleinen Hohlkugeln hergestellt, so dass dieses Leichtsilikon insgesamt eine gegenüber normalem Silikongel sehr viel geringere Dichte aufweist. Dadurch wird insgesamt eine Gewichtsreduzierung erreicht.

Durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Brustprothese wird trotzdem eine ausreichende Stabilität erzielt. Bevorzugt ist der innere Bereich mit im Vergleich zu üblichen Leichtsilikonprothesen besonders fest eingestelltem Silikon ausgebildet. Insbesondere ist der innere Bereich so eingestellt, dass er einen Penetrationswert von ca. 180 hat. Demgegenüber ist die äussere Schicht bevorzugt aus Normalsilikon bzw. einem Normal-Silikongel gebildet. Dieses ist entgegen üblicher Einstellungen bevorzugt relativ weich, insbesondere mit einem Penetrationswert von ca. 260, eingestellt. Der äussere Bereich ist daher bevorzugt weicher als der innere Bereich eingestellt. [0008] In einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der äussere schalenförmige Bereich oberhalb der Mamille etwas dicker ausgebildet als unterhalb der Mamille. Bevorzugt beträgt das Verhältnis der Dicke des äusseren Bereichs oberhalb der Mamille zur Dicke unterhalb der Mamille etwa 1,5. In einer anderen Weiterentwicklung der Erfindung wird die Brustprothese als Dreikammerprothese ausgebildet, wobei bevorzugt zwischen dem äusseren Bereich und dem inneren Bereich dieser dritte schalenförmige Bereich vorgesehen ist. In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Brustprothese im unteren Bereich eine Ausnehmung auf. Durch diese kann bei Druck auf die Prothese das eingeschlossene Luftpolster gezielt und ohne Geräusche entweichen. [0009] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiels weiter erläutert. Im Einzelnen zeigen die schematischen Darstellungen in: [0010] Fig. 1: Einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemässe Brustprothese; und [0011] Fig. 2: eine rückwertige Ansicht der erfindungsgemässen Brustprothese.

[0012] In Fig. 1 ist eine vertikale Schnittansicht der Brustprothese 1 mit dem schalenförmigen äusseren Bereich 2 und dem schalenförmigen inneren Bereich 10 dargestellt. Der äussere Bereich 1 stellt die aussenliegende und von aussen sichtbare Seite der Brustprothese 1 dar. Eine Silikongelschicht 4 ist in einem Folienbeutel aufgenommen, der von einer äusseren Folie 3 und einer inneren Folie 5 gebildet wird und zwischen sich die Silikongelschicht 4 aufnimmt. Diese besteht aus einem sehr weich eingestellten Silikongel mit einem Penetrationswert von ca. 260. Die Silikongelschicht des äusseren Bereichs 2 ist dabei nicht konstant ausgebildet, sondern oberhalb der Mamille 6 dicker ausgebildet als unterhalb der Mamille 6. Das Dickenverhältnis "Dicke oberhalb Mamille zu Dicke unterhalb Mamille" beträgt dabei etwa 1,5. In einem umlaufenden Endbereich 7 liegen die Folien 3 und 5 aufeinander und sind miteinander verschweisst. Weiterhin ist in diesem Endbereich 7 auch eine dritte Folie 8 mit eingeschweisst, die den unteren Abschluss des inneren schalenförmigen Bereichs 10 bildet, der zwischen der Folie 5 und der Folie 8 aufgenommen ist. Dieser der Innenseite zugewandte schalenförmige Bereich 10 ist profiliert ausgebildet. Dies wird durch Verwendung eines entsprechend profilierten Formwerkzeuges erreicht, das beim ausvulkalisieren des Silikons von innen in die Brustprothese eingeführt ist. Der innere schalenförmige Bereich 10 ist dabei mit konzentrisch umlaufenden Ringen oder Wülsten 11, 12 und 13 ausgebildet. Zwischen den Wülsten sind ringförmige Bereiche dünnere Materialstärke 14 und 15 vorgesehen, die auch als Soll-Faltungsausnehmungen bezeichnet werden können. Der Formkörper, mit dem der innere Bereich in diese profilierte Struktur gezwungen wird, weist bevorzugt die gleichen Radien im Bereich der Wülste 11, 12 und 13 wie auch im Bereich der dazwischenliegenden Ausnehmungen 14 und 15 auf. Die Wülste und Ausnehmungen entsprechen sich daher in ihren Abmessungen. Im Bereich der Mamille 6 ist der innere schalenförmige Bereich 10 mit einem sehr dünnen zentralen Bereich 16 ausgebildet. Um diesem Bereich 16 herum verläuft konzentrisch der Wulst 13, daran anschliessend die umlaufende Vertiefung 15, dann wiederum ein Wulst 12, eine Vertiefung oder Soll-Faltungsausnehmung 14 und ein weiterer Wulst oder Ring 11. Der äusserste Ring oder Wulst 11 ist besonders breit ausgebildet und zum äusseren Rand 17 hin abgeflacht ausgebildet, so dass sich dort eine besonders gute Kontaktierung der Brustprothese 1 mit der Haut der Trägerin ergibt. In einem oberen Abschnitt 18 ist der äussere Wulst 11, insbesondere der Rand 17, als langer Auslauf in der Spitze ausgebildet, so dass dort eine besonders gute Kontaktierung erfolgen kann.

Horizontal durch den Bereich 16, also den Bereich der Mamille, ist in dem inneren, körperzugewandten schalenförmigen Bereich 10 eine Ausnehmung 19 in den Ringen oder Wülsten 11, 12 und 13 vorgesehen. [0013] In Fig. 2 ist eine Ansicht der Brustprothese 1 von der Rückseite, also der körperzugewandten Seite, dargestellt, bei der insbesondere der innere schalenförmige Körper 10 der Brustprothese 1 zu erkennen ist. Darin sind vor allem der besonders dünne zentrale Bereich 16 der Mamille sowie die weiteren umlaufenden Ausnehmungen 14 und 15 sowie die Ringe 11, 12 und 13 zu erkennen. Ebenfalls deutlich zu erkennen, ist die Unterbrechung 19 der Ringe 11, 12 und 13, die sich horizontal über die gesamte Brustprothese erstreckt. Weiterhin sind bevorzugt Unterbrechungen 20 der Ringe vorgesehen, insbesondere der Ringe 12 und 13, also des mittleren und des inneren Ringes, die vertikal durch die Brustprothese und auch durch die Mamille verlaufen. Weiterhin sind bevorzugt Unterbrechungen 21 vorgesehen. Diese sind bevorzugt ausschliesslich im mittleren Ring 12 angeordnet und jeweils unter 45[deg.] zur Senkrechten, also insbesondere auch zu den Unterbrechungen 20 ausgerichtet und bevorzugt nur in der unteren Hälfte der Brustprothese vorgesehen. Im unteren Endbereich der Brustprothese 1 ist eine Ausnehmung 9 vorgesehen. Diese Ausnehmung 9 ist halb rund ausgebildet und unterbricht den am Körper anliegenden Rand 17. Durch die Ausnehmung kann das eingeschlossene Luftpolster bei Druck gezielt und ohne Geräusche entweichen und nach dem Schwimmen kann auch das eingeschlossene Wasser ablaufen.

Quelle: DE202004003278 (U1) / THAEMERT ORTHOPAEDISCHE HILFSMITTEL